HGF-Allianz DLR@Uni

HGF-FÖrderung für munich aerospace im Rahmen der Helmholtz-Allianz DLR@Uni

Ab dem 1. Januar 2012 erhält Munich Aerospace eine Förderung im Rahmen der Helmholtz-Allianz DLR@Uni. Ziel dieser Allianz ist der Aufbau und Ausbau von Forschungsnetzwerken zwischen den DLR-Instituten und den regional ansässigen Universitäten und die Intensivierung der Doktorandenausbildung in strukturierten Programmen.
Der Antrag von Munich Aerospace überzeugte die Gutachter insbesondere durch die hohe wissenschaftliche Qualität der beantragten Forschungsaktivitäten. Das Gesamtbudget beträgt für Munich Aerospace 8 Mio. € über 5 Jahre.

Folgende Leitprojekte konnten im Rahmen dieser Allianz etabliert werden:

1. „Autonomes Fliegen: Missionsgetriebene Auslegung, Regelung und Ausrüstung“
Die ständig steigende Dichte des Luftverkehrs stellt das Luftverkehrsmanagement vor immer neue Herausforderungen. Gleichzeitig werden die Sicherheitsanforderungen für den Flugverkehr ständig erweitert. Diese Tendenzen erfordern weitere Automatisierung der Steuerung von Fluggeräten und Flugführung. Aus diesem Grund ist die Weiterentwicklung verschiedener Technologien für das autonome Fliegen von entscheidender Bedeutung für Produkt- und Serviceanbieter im Bereich der Luft- und Raumfahrt.  Das Leitprojekt „Autonome Flugsysteme“ verfolgt die Entwicklung wichtiger Grundtechnologien für das autonome Fliegen. Bei der geplanten Entwicklung der Algorithmen und Verfahren steht die Anwendung „Rettung von Vermissten im Gebirge“ im Vordergrund und bildet ein Bindeglied für die im Projekt zu entwickelnden Funktionalitäten.

2. „Sicherheit im Orbit: Raumfahrtrückstände -  Erfassung, Vermeidung, Entfernung“
Seit dem Beginn der Raumfahrt Ende der 50er Jahre hat sich die Zahl der vom Menschen geschaffenen Objekte in Umlaufbahnen um die Erde in einem mittlerweile besorgniserregenden Maß erhöht. Einer vergleichsweise kleinen Zahl Satelliten stehen heute rund 15000 katalogisierte Raumfahrtrückstände („Space Debris“) mit einer Größe von mehr als 10 cm gegenüber. Aufgrund ihrer enormen kinetischen Energie können bereits winzigste Teilchen verheerende Zerstörungen bewirken. Dies stellt ein ernstzunehmendes Problem für die Raumfahrt dar. Im Leitthema „Sicherheit im Orbit“ sollen gezielte Einzelthemen entlang einer Roadmap bearbeitet werden, die in aufsteigender Komplexität die Schritte Erfassung, Vermeidung und schließlich Beseitigung von Raumfahrtrückständen umfasst.

3. „Hochauflösende Geodätische Erdbeobachtung: Korrekturverfahren und Validierung“
Daten der Radar-Erdbeobachtungssatelliten der neuesten Generation werden heute vornehmlich für Bildauswertung und interferometrische Messungen verwendet. Geeignet verarbeitet und korrigiert könnten diese Daten jedoch auch für hochgenaue und hochaufgelöste geodätische Vermessung der Erde und von Bauwerken dienen. Die Forschung arbeitet jedoch häufig auf komplementären Skalen und mit unterschiedlichen Technologien und Methoden. Das Leitprojekt „Hochauflösende geodätische Erdbeobachtung“ zielt darauf ab, Verfahren aus den verschiedenen Skalen konzeptionell zu vereinheitlichen, sie auf andere geodätische Fragestellungen zu übertragen, dadurch neue Anwendungen zu erschließen und neue Satellitenmissionskonzepte zu entwickeln. Praktische Relevanz haben diese Forschungsanstrengungen u.a. für die Klimaforschung, Vorhersage von Naturgefahren, urbanes Risikomanagement und Städteplanung.

4. „Advanced Aerospace Communication: Optische Kommunikation, Netzwerkcodierung, Sample Based Transponder und Retroreflektive Antennen”
„Space Communication“ bezeichnet jegliche Form der Kommunikation, bei der Daten außerhalb der Atmosphäre transportiert werden. Bis heute verwenden alle operationellen Systeme Radiowellen. Im erdnahen Raum wurden nun erstmals auch Tests mit optischen Systemen durchgeführt. In der Zukunft werden optische Systeme eine wesentlich größere Rolle spielen, wenngleich die klassische Funkübertragung weiterhin ein zentrales Thema bleiben wird. Die Forschungsbemühungen rund um das Leitthema „Advanced Space Communications“ reflektiert das in Deutschland in den letzten Jahren wiedererwachte Interesse an Satellitenkommunikation und unterstützt das Streben, die Spitzenposition in der Forschung auszubauen und den Technologietransfer mit neuen Ideen zu beleben.

5. Aviation Management: Operationelle Modellierung, Simulation und Optimierung intermodaler Knoten im Luftverkehr
Der Flughafen als ein zentraler Baustein eines reibungslos funktionierenden Luftverkehrssystems steht vor großen Herausforderungen in Bezug auf ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit sowie veränderte ordnungspolitische Rahmenbedingungen. Für entstehende neue Lösungsansätze und Architekturen am Flughafen wird deshalb die Herstellung einer zuverlässigen Bewertungsfähigkeit immer wichtiger. Beispielsweise ist im erweiterten Flughafenkontext die Bewertung neuer Ansätze im Übergang vom Boden- zum Lufttransport enorm wichtig, um so Effizienz, Kosteneinsparungen und hohe Servicequalität sicherzustellen. Die Forscher im Leitprojekt „Aviation Management“ nähern sich der Vielfalt der Fragestellungen auf drei Ebenen: Auf der strategischen Ebene werden für die robustere Entscheidungsvorbereitung in dynamischen und unsicheren Märkten universelle Szenarien entwickelt, die relevante systeminterne und externe Faktoren abbilden. Auf der operationellen Ebene werden land- und luftseitige Prozesse unterschiedlicher Akteure im Lufttransportsystem analysiert, wie z.B. die Abfertigung von Passagieren und Fracht. Auf der Technologie-Ebene werden neue Technologien vor dem Hintergrund der identifizierten zukünftigen technischen, wirtschaftlichen und strategischen Rahmenbedingungen bewertet. Die entwickelten Lösungskonzepte sollen dabei die Ergebnisse der Szenarioanalyse sowie die Komplexität der Wirkungszusammenhänge innerhalb des Luftverkehrssystems berücksichtigen.