Zum Aufbau einer richtungsweisenden Forschungsinfrastruktur am Ludwig Bölkow Campus und der langfristigen Verankerung der Technischen Universität München am Standort hat das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst eine spezifische Förderung für relevante Lehrstühle der TUM aufgelegt. Besonderes Anliegen ist die Entwicklung einer interdisziplinär nutzbaren Ausstattung mit Forschungsgroßgeräten und Laboren. Bislang sind die Fakultät für Chemie und die Fakultät für Maschinenwesen am Ludwig Bölkow Campus vertreten.
Die Vergabe der Investitionsmittel des Wissenschaftsministeriums wird von Munich Aerospace in enger Zusammenarbeit mit der
TUM-Finanzverwaltung koordiniert. Die Gelder fließen in zwei Tranchen in folgende Vorhaben:

 

Advanced ALM Lab

Ziel ist der Ausbau der Kernkompetenzen für Raketentriebwerkssysteme in Bayern. Die Gelder fließen in den Ausbau von bereits bestehenden Hochleistungsrechnern, Rotorprüfständen und den zugehörigen Sensorik-Einheiten, den Umbau von Spritzanlagen und zum größten Teil in die Anschaffung einer umfangreichen Laserstrahlschmelzanlage.
Hierfür wird auch ein DFG-Großgeräte-Antrag gestellt werden.

Beteiligte TUM-Lehrstühle/Institute:

Lehrstuhl für Numerische Mechanik (Prof. Wall)

• Lehrstuhl für Angewandte Mechanik (Prof. Rixen)

Lehrstuhl für Flugantriebe - Fachgenbiet Raumfahrtantriebe (Prof. Haidn)

Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (Prof. Reinhart)

 

SystemLabCenter

Ziel ist der Aufbau und die Inbetriebnahme einer integrierten Forschungsinfrastruktur für Systemauslegung, -simulation, -integration und -test neuer Technologien im Bereich der bemannten und unbemannten Starr- und Drehflügler. Durch diese Infrastruktur sollen die zu entwickelnden Systeme eine Technologiereife von TRL4 erreichen können. Hintergrund für diesen Ansatz ist die Tatsache, dass der Entwicklungskostenanteil von Eingebetteten Systemen bereits in der zivilen Luftfahrt bis zu 30% beträgt und die inhärente Systemkomplexität häufig zu verlängerten Entwicklungszeiten und Zulassungsproblemen führt. Die Gelder fließen in den Aufbau dieses Simulators. Für UAVs ist der Aufbau eines „Iron Bird“ mit einer 3D-Projektion als Sichtsystem vorgesehen und für bemannte Flugzeuge oder Hubschrauber soll eine
Roll-on/Roll-off-Konfiguration zur Verfügung stellt werden,
bei der nach Bedarf Wechselcockpits getauscht werden müssen.

Beteiligte TUM-Lehrstühle:

Lehrstuhl für Hubschraubertechnologie (Prof. Hajek)
Lehrstuhl für Flugsystemdynamik (Prof. Holzapfel)
Lehrstuhl für Luftfahrtsysteme (Prof. Hornung)

Lehrstuhl für Software und Systems Engineering / FORTISS (Prof. Broy)

Lehrstuhl für Robotics and Embedded Systems / FORTISS (Prof. Knoll)

 

Algentechnikum

Für die Forschungsarbeiten im Rahmen des AlgenFLugKraft-Projekts hat die Technische Universität München zusammen mit dem Projektpartner Airbus ein etwa 1.500 Quadratmeter umfassendes Algentechnikum gebaut. Dieses Spezialgebäude erlaubt es erstmalig, Machbarkeitsstudien für Algenprozesse in Abhängigkeit von verschiedenen Klimazonen, Algenstämmen und Kultivierungstechnologien zu erstellen. Eine langfristige Kooperation der Ludwig Bölkow Campus-Konsortialpartner soll sicherstellen, dass auch andere Industriezweige von der Technologie profitieren. Neben erneuerbarem Treibstoff soll auch die bio-basierte Produktion von Leichtbaumaterialien erarbeitet werden.

Beteiligte TUM-Lehrstühle/Institute:

Lehrstuhl für Industrielle Biokatalyse (Prof. Brück)

Lehrstuhl für Bioverfahrenstechnik (Prof. Weuster-Botz)

Lehrstuhl für Technische Chemie II (Prof. Lercher)

 

Processing Lab 4.0

Ziel ist der weitere Ausbau des bereits am Ludwig Bölkow Campus bestehenden Processing-Labors des Lehrstuhls für Carbon Composites. Hierfür soll ein 3D-Drucker für neue Materialien und Composites im Rahmen eines DFG-Großgeräteantrags und eine kontinuierliche Konfektioniereinheit angeschafft sowie die bestehenden Coriolis AFP und Laser AFP Anlagen erweitert werden. Auch die bestehende Thermoformanlage soll modifiziert und ausgebaut werden. Da sich einhergehend mit dem Ausbau die Nutzung der Halle intensivieren wird und gleichzeitig den Anforderungen an den Arbeitsschutz Rechnung getragen werden muss, wird im Zuge dieses Projekts auch in die Ertüchtigung und den Umbau der Räumlichkeiten investiert werden.

Beteiligte TUM-Lehrstühle/Institute:

Lehrstuhl für Carbon Composites (Prof. Drechsler)

Lehrstuhl für Leichtbau (Prof. Baier)

Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (Prof. Reinhart)